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Das Forschungsnetzwerk »Widerständige Praxen« setzt sich zur Aufgabe, mit transdisziplinären Analysen von Literatur, Film, Theater, digitalen Medien und Sprache zur Erforschung postmigrantischer Diskurse unserer Gesellschaft beizutragen und dabei insbesondere Diskriminierungsrealitäten, Widerstandspraxen und eine künstlerische Wehrhaftigkeit Marginalisierter in den Fokus zu rücken. Mehr…

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Postmigration und Didaktik – Schule und Universität im Dialog

Workshop, Universität Hamburg, 31. Januar – 1. Februar 2025

Der Begriff ›Postmigration‹ stellt im deutschsprachigen Raum zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine Gegenwartsdiagnose, die nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch über den akademischen Wirkkreis hinaus Beachtung und Anwendung findet. Nicht nur Seminare und Tagungen widmen sich der postmigrantischen Realität in Deutschland, auch werden im Feuilleton Bücher von Autor*innen der postmigrantischen Generation besprochen und postmigrantische Fragestellungen beschäftigen Politik wie Kultur gleichermaßen. Eine Auseinandersetzung mit unserer von Migration geprägten Gesellschaft und den damit einhergehenden (Macht-)Dynamiken verliert angesichts des zunehmenden Rechtsrucks nicht an Dringlichkeit. Im Gegenteil wird es – nicht zuletzt für Bildungseinrichtungen – immer notwendiger, postmigrantische Ansätze weitgefächert zu diskutieren und etablieren.

Kritische bis widerständige Verfahren, denen sich das Forschungsnetzwerk »Widerständige Praxen« insbesondere widmet, liegen der postmigrantischen Forschung seit jeher zugrunde: So fasst der Erziehungswissenschaftler und Soziologe Erol Yıldız die postmigrantischen Perspektive als eine politische Geisteshaltung, »die auch subversive, ironische Praktiken einschließt und in ihrer Umkehrung provokant auf hegemoniale Verhältnisse wirkt« (Yıldız 2015: 23) und begreift das Postmigrantische als Denkfigur, die »ein Überwinden von Denkmustern, das Neudenken des gesamten Feldes, in welches der Migrationsdiskurs eingebettet ist, meint – mit anderen Worten: eine kontrapunktische Deutung gesellschaftlicher Verhältnisse« (Yıldız/Hill 2018: 2). 

In universitäre und schulische Curricula hat die Literatur der Postmigration bereits Eingang gefunden, jedoch gehen mit dieser Neuakzentuierung der Lehr- und Bildungspläne auch Fragen danach einher, wie eine Didaktisierung dieser Texte aussieht: Wie kann ein inklusiver und diverser Literaturunterricht zu Beginn des 21. Jahrhunderts gelingen? Von der literaturwissenschaftlichen und literaturdidaktischen Forschung ausgehend, möchten wir in unserem Workshop daher der Frage nachgehen, wie postmigrantische Theorien und Verfahren didaktisiert und in den (hoch-)schulischen Kontext eingebunden werden können – bestenfalls, um Postmigration als kontinuierliche Perspektive und nicht nur als einmalige Unterrichtseinheit zu fassen. Im Workshop sollen daher unterschiedliche Methoden und Konzepte vorgestellt, gemeinsam diskutiert und erprobt werden. Neben literaturdidaktischen Beiträgen sind auch Einreichungen aus anderen Fachdisziplinen, wie bspw. Geschichte, Philosophie, Soziologie oder Politik, willkommen.

Mögliche Ansätze sind etwa:
– kontrapunktische (Re-)Lektüren, auch kanonischer Texte der deutschsprachigen Literatur
– fachdidaktische bzw. literaturdidaktische Überlegungen zu postmigrantischer Gegenwartsliteratur
– Entwicklung von kognitiv aktivierenden sowie handlungs- und produktionsorientierten Aufgabenstellungen für einen inklusiven und diversen Literaturunterricht 
– Alterität und Identität als Motivkomplexe in der (postmigrantischen) Kinder- und Jugendliteratur, in Lyrik, Dramen- und Sachtexten, in Diskursen auf Social Media (Lebensweltbezug) 
– dialogische Formate und Methoden (Talking to the Text, Schreibkonferenz, Text-Interview) für sensible Themen in postmigrantischen Texten (bspw. Diskriminierung, Gewalt, Flucht)
– Repräsentationen von Gender, Race und Class in intersektionalen Ansätzen 
– diversitätssensible, diskriminierungskritische und antirassistische Unterrichtspraxen 
– Erfahrungs- und Werkstattberichte aus der schulischen Praxis und Übertragungsmöglichkeiten auf die Hochschullehre und vice versa; didaktische Analysen oder erprobte Einheiten im (hoch-)schulischen (Literatur-)Unterricht

Der zweitägige Workshop soll einem produktiven und kritischen Austausch zwischen Referent*innen aus Hochschule und Schule Raum bieten. Dabei sind im Anschluss an die Vorträge praktische Einheiten zur Erprobung der Konzepte und/oder Methoden geplant.

Beitragsvorschläge in Form eines Abstracts von ca. 300 Wörtern, plus Kurzbiografie der Referierenden, können bis zum 15.10.2024 eingesendet werden an: Dr. Jara Schmidt (jara.schmidt@uni-hamburg.de) und Dr. Jule Thiemann (jule.thiemann@uni-hamburg.de). Bis Ende Oktober werden die Rückmeldungen versandt.  

Literatur:
Hill, Marc / Erol Yıldız: »Editorial«. In: Dies. (Hg.): Postmigrantische Visionen. Erfahrungen – Ideen – Reflexionen. Bielefeld: transcript 2018, S. 2.
Yıldız, Erol: »Postmigrantische Perspektiven. Aufbruch in eine neue Geschichtlichkeit«. In: Marc Hill / ders. (Hg.): Nach der Migration. Postmigrantische Perspektiven jenseits der Parallelgesellschaft. Bielefeld: transcript 2015, S. 19–36.

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30 Jahre »Stone Butch Blues« – Erinnerungen und Perspektiven

Interdisziplinäre Online-Tagung, 5.–6. Mai 2023

1993 veröffentlicht und mittlerweile ein Klassiker der queeren Literatur feiert Leslie Feinbergs Roman Stone Butch Blues 2023 sein 30-jähriges Publikationsjubiläum. Der Roman zeigte die Komplexität lesbischer und anderer queerer Lebensrealitäten auf und trug zu einer Verschiebung vom Sprechen über trans Menschen sowie vermehrter Sichtbarkeit von trans Stimmen in Gesellschaft und Wissenschaft bei. Anlässlich des Jubiläums blicken wir mit dem Roman in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von trans und queeren Geschichten und Studien, Arbeiter*innenkampf und anti-rassistischen Bewegungen.
Call for Papers dt.
Call for Papers engl.

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Workshop & Lesung mit LILA SOVIA

Jedes Jahr am 20. November wird mit dem Transgender Day of Remembrance den Opfern von Trans*feindlichkeit gedacht. Dieses Jahr finden in Hamburg anlässlich des Gedenktages zwei Veranstaltungen mit LILA SOVIA, queerfeministische*r Rapper*in, Spoken-Word-Poet*in und Autor*in, statt: ein Workshop zu Lyrik und Spoken Word am 18. November 2022 sowie eine performative Lesung aus dem Lyrikband fluide am 21. November 2022.
Ankündigung

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Dialogreihe »Critical Whiteness im Gespräch«

Im Sommersemester 2022 organisiert die Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Hamburg in Kooperation mit der Stabsstelle Gleichstellung und dem Zentrum Gender & Diversity die Dialogreihe »Critical Whiteness im Gespräch: Wissenschaft trifft Kunst & Kultur«. Die Veranstaltungsreihe hat sich zum Ziel gesetzt, Strukturen zu thematisieren und zu problematisieren, die mehrheitlich weiß dominierte soziale Räume ermöglichen und erhalten. Der Fokus soll hierbei auf den vier Räumen Theater, Museum, freie Kulturszene und Universität liegen.
Programm

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Lesung & Workshop mit Mithu Sanyal

Am 18./19. Januar 2022 organisiert Dr. Jara Schmidt (WiPra) gemeinsam mit Dr. Michaela Koch (Zentrum Gender & Diversity) und Prof. Dr. Franziska Müller (Politikwissenschaft, Universität Hamburg) eine Lesung (18.01.22, 20 Uhr) sowie einen Workshop (19.01.22, 10–14 Uhr) mit der Autorin Mithu Sanyal zu ihrem Roman Identitti (2021). Weitere Informationen (auch zur notwendigen Anmeldung) finden Sie in der Ankündigung.

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Blogbeitrag zu einem »Postmigrant Turn«

Rahel Cramer, Jara Schmidt und Jule Thiemann haben in dem Blog des Multicultural Germany Project der University of California, Berkeley jüngst ihre »Überlegungen zu einem Postmigrant Turn« / »Reflections on a Postmigrant Turn« publiziert.
Deutscher Text: 
https://mgp.berkeley.edu/2021/08/30/postmigrant-turn-german/
Englischer Text: 
https://mgp.berkeley.edu/2021/08/30/postmigrant-turn-english/

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Call for Papers

Der Call for Papers für unseren interdisziplinären Workshop »Kleine Formen – widerständige Formen? Postmigration intermedial« (12.–13. November 2021 in Hamburg) ist seit heute online. Bewerbungen können auf Deutsch oder Englisch bis zum 20. Juli 2021 eingereicht werden!

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Neue Blogbeiträge im »Multicultural Germany Project«

Jule Thiemann hat gestern in dem Blog »Multicultural Germany Project« der University of California, Berkeley den Beitrag »Digitale Fluchtnarrative und postmigrantische Perspektiven« / »Digital Narratives of Flight and Postmigrant Perspectives« veröffentlicht.
Der Blogpost wirf einen Blick auf gegenwärtige literarische Formen und Verfahren abseits etablierter Publikationswege, die wir bei unserem für den Herbst 2021 geplanten Workshop »Kleine Formen – widerständige Formen? Postmigration intermedial« genauer untersuchen möchten.

Ende 2020 hat Jara Schmidt im selben Blog den Beitrag »Postmigrantische Literatur: wütend, widerständig, wehrhaft« / »Postmigrant literature: angry, resisting, defending« publiziert.

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»Tragödienbastard« für die Mülheimer Theatertage nominiert

Tragödienbastard, der erste Theatertext von WiPra-Mitglied Ewelina Benbenek (Uraufführung am 30.10.2020 am Schauspielhaus Wien), wurde für die 46. Mülheimer Theatertage 2021 nominiert!

»Sie selbst hat den weinroten Reisepass seit der Geburt, ihre Eltern dagegen mussten sich ins Land mit den Niedriglohnsektoren erst rein arbeiten. Und die Großmutter? Die lebt noch in Polen und stellt so nervige Frage wie die, ob es einen Mann an ihrer Seite gibt. Ewelina Benbenek, die in Frankfurt an der Oder, London und Erfurt Kultur- und Politikwissenschaften studierte, könnte selbst diejenige sein, die sich fragt, ob sie ein so viel freieres Leben führt wie ihre Eltern. In der Uraufführung ist ein Frauentrio unterwegs, das hinter Masken und wie in Trance spricht. Irgendwann fallen die Masken und dann kann es passieren, dass die junge Frau Wörter in den Mund nimmt, die ihre Eltern nicht mal zu denken wagen.«
(Jürgen Berger)

Herzlichen Glückwunsch, liebe Ewelina!

UPDATE vom 30.05.2021: Ewelina Benbenek hat den Mülheimer Dramatikpreis 2021 gewonnen! Wir gratulieren ganz herzlich!
https://www1.muelheim-ruhr.de/kunst-kultur/theater/stuecke/benbenek_ewe/227840

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Vorträge im Februar 2021

Rahel Cramer, Jara Schmidt und Jule Thiemann vom Netzwerk »Widerständige Praxen« nehmen an der linguistischen Fachtagung »Pragmatik der Gegenrede«, organisiert von der Universität Greifswald und dem Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald, teil.
Am 25.02.2021 präsentieren sie dort ihren Beitrag »›Reclaiming‹ als postmigrantische Strategie des Widerstands«. Der Vortrag ist in der Mediathek des Kollegs verfügbar.

Jara Schmidt und Jule Thiemann sind außerdem bei dem Workshop »Die Fäden neu verknüpfen: Linke Narrative für das 21. Jahrhundert« im Literaturforum im Brecht-Haus (Berlin) vertreten. Sie diskutieren dort am 26.02.2021 ihr Paper »Postmigrantischer Antifaschismus: neue Kollektive und progressive Gegennarrative«.

WiPra-Mitglied Fabienne Fecht hält zudem im Rahmen der von der Ruhr-Universität Bochum veranstalteten Tagung »Mythos und Postmoderne – Mythostransformation und mythische Frauen in zeitgenössischen Texten« am 25.02.2021 einen Vortrag mit dem Titel »Das Prinzip Antigone als Chiffre des Widerstands in Darja Stockers Tragödientransformation Nirgends in Friede. Antigone«.

Alle Veranstaltungen finden digital statt und sind (nach Anmeldung) öffentlich zugänglich.